Entspannungs-Coaching

Überbelastung und Entspannung

Der erhöhte Leistungsdruck im beruflichen und schulischen Umfeld macht Überbelastung und Entspannung zu einem aktuellen Thema. Immer mehr Menschen erleben Überlastung, wodurch zahlreiche Beschwerden hervorgerufen werden können.

Erschöpfungszustände und Nervosität sind ein Hinweis darauf, dass unsere Stressbewältigung nicht optimal verläuft. Während der Übung eines Entspannungsverfahrens können aktuelle Spannungszustände oft schnell gelöst und reduziert werden. 

Entspannungsverfahren

Entspannungsverfahren regen die Selbstheilungskräfte an, stärken das Empfindungsleben und bewirken so eine ganze Reihe positiver Veränderungen des allgemeinen Befindens.

Diese erprobten Verfahren werden als „Übende Verfahren” bezeichnet. Unter den übenden Verfahren versteht man in der Regel die etablierten Entspannungsverfahren wie z. B. die Progressive Muskelrelaxation und das Autogene Training sowie die Meditation. Entspannungsverfahren wie Progressive Muskelrelaxation (PMR) und Autogenes Training (AT) sind wissenschaftlich gut fundiert.

Autogenes Training

Created with Sketch.

Das Autogene Training, abgekürzt AT, steht in der westlichen Welt hoch im Kurs. Es ist das am häufigsten angewandte Entspannungsverfahren in Deutschland. Dies mag daran liegen, dass es im Gegensatz zu den asiatischen Meditationen medizinisch abgesichert ist, und zwar grundlegend durch den Berliner Nervenarzt Johannes Heinrich Schulz, der das Autogene Training Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte. Dementsprechend wird das AT seit etwa 40 Jahren ärztlicherseits empfohlen, wenn Klienten über Stressbeschwerden, Verspannungen, körperlichen Belastungen, Konzentrationsmangel und allgemeine Unruhe klagen. 
Zudem bedienen sich zunehmend gesunde Menschen des AT, um ihre Leistungsfähigkeit zu steigern, sei es im Beruf, Schule oder im Sport. Grundsätzlich ist Autogenes Training aber für jeden geeignet. Es erfordert allerdings einiges an Übung, und Sie müssen die Methode einmal verstanden haben, um sie richtig anzuwenden. Grundvoraussetzung für Autogenes Training ist: Sie sollten sich konzentrieren und klar denken können. 

Das AT will durch konzentrative Selbstentspannung eine von innen kommende Tiefenentspannung des gesamten Organismus erreichen, die es erlaubt, Beschwerden zu mindern und Gesundes zu stärken. Dazu bedient es sich genau vorgeschriebener Lösungs- und Versenkungsübungen, die das Ziel haben, einen harmonischen Ruhezustand zu bewirken. Das AT versteht sich als Art der Selbsthypnose, d. h. der Übende gibt sich die Suggestionen selbst.

In der Mittel- und Oberstufe des AT treten dann noch das Erleben von Bildern hinzu, in denen die vom Unterbewusstsein wahrgenommenen Erlebnissituationen symbolhaft zum Ausdruck kommen.

Progressive Muskelrelaxation

Created with Sketch.

Bei Stress, Ärger oder Kummer verspannt man sich automatisch. Der Magen ist verkrampft, man ballt vielleicht sogar die Hand zur Faust, die Schultern ziehen sich nach oben, man beißt die Zähne aufeinander usw.
Bei chronischem Stress bleiben diese An- und Verspannungen bis zu einem gewissen Grad dauerhaft bestehen. Irgendwann sind die Muskelanspannungen chronisch und man merkt gar nicht mehr, wie verspannt man ist. Ja, man hat vergessen, wie es sich anfühlt, vollkommen entspannt zu sein.
Die progressive Muskelentspannung nach Edmund Jacobson ist ein erprobtes und anerkanntes Entspannungsverfahren, das jeder sehr leicht bei sich zu Hause erlernen und durchführen kann. Jacobson erkannte, dass psychische Anspannungen, aber auch chronische Schmerzen durch eine gezielte Muskelentspannung abgebaut bzw. gelindert werden können. 
Ganz gleich, ob Sie daher an seelische Ängste, Kummer, Stress, Blockaden, Unruhe oder Nervosität leiden: Die progressive Muskelentspannung hilft Ihnen dabei, Linderung zu erfahren und die ersehnte innere Ruhe zu finden. 

Meditation

Created with Sketch.

Meditationsmethoden verfügen ebenfalls über dieselben heilsamen Wirkungen der Entspannungstechniken, unterscheiden sich aber in ihrer Zielsetzung wesentlich von den vorgenannten Entspannungstechniken. Das Wort Meditation kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „Nachsinnen", „sinnendes Betrachten", „Sichvertiefen". Dieser Begriff, der ursprünglich aus dem rein religiösen Bereich stammt, hat aber im Laufe der Zeit einen Bedeutungswandel erfahren.
Heute wird die Bedeutung des Begriffes folgendermaßen wiedergegeben: „Eine wache psychische Anstrengung im Sinne einer passiven Konzentration auf ein äußeres oder inneres Objekt mit der Folge automatisch eintretender subjektiver Ganzheitserlebnisse." „Passiv" bedeutet hierbei die Vermeidung jedes Agierens im Denken, „Konzentration" das Halten und Sammeln, (Nicht-los-lassen) der Aufmerksamkeit. Die Meditation muss also von zwei anderen, äußerlich sehr ähnlich scheinenden Zuständen abgegrenzt werden: vom aktiven Denken (gedankenversunkenes Grübeln) und vom passiven "vor sich hin träumen".
Um diesen Zustand zu erreichen bedarf es einer bestimmten Methode des Nachsinnens, weil sonst die Gefahr besteht, dass die Besinnung durch unkontrollierte Empfindungen oder Gedanken gestört wird.

"Wenn der Mensch einmal beginnt, Meditationen zu machen, so vollzieht er damit die einzige wirklich völlig freie Handlung in diesem menschlichen Leben ... Wir sind darin vollständig frei. Es ist dieses Meditieren eine urfreie Handlung." 

(Rudolf Steiner)


Die Meditation in der Gesprächspraxis ist eingebettet in eine dauernde Erhaltung, Entspannung und Harmonisierung des seelischen Lebens. Die anthroposophischen "Nebenübungen" helfen dabei, einen "neben" allem anderen Dingen ständig zu begleiten, sodass es Lebensübungen zur Seelenpflege werden können.