Psychologische Beratung und Coaching

Im Gegensatz zur Psychotherapie, richten sich Psychologische Beratung bzw. das Coaching an „gesunde“ Personen und widmet sich vorwiegend der  „Aufarbeitung und Überwindung sozialer Konflikte oder sonstiger Zwecke außerhalb der Heilkunde.“ (Siehe PsychThG § 1 Abs. 3) 
Das übergeordnete Ziel der psychologischen Beratung ist die Verbesserung der Lebensqualität.

Psychische Erkrankungen, Abhängigkeitserkrankungen oder andere Beeinträchtigungen der Selbststeuerungsfähigkeit gehören ausschließlich in das Aufgabenfeld der heilkundlichen Psychotherapie und Medizin.


„Beratung ist begrenzt auf konkrete Ratschläge und die psychologische Führung und Formung bei persönlichen Schwierigkeiten, Erziehungsfragen, wichtigen Entscheidungen mit dem Ziel, dem Klienten zu helfen, unerwünschte, aber typische Variationen des Menschseins zu bewältigen. 
Methoden der Beratung sind das Beratungsgespräch, Anhören und Befragen, Veranschaulichen und Informieren. Beratung ist nicht erlaubnispflichtig.“

(siehe den Kommentar zum PsychThG nach Meyer, A.-E./Richter, R./Grave, K./Schulenburg, J./ Graf v.d./Schulte, B., a.a.O.)




So hat die Psychologische Beratung durch das Psychotherapeutengesetz zum ersten Mal in der Entstehungsgeschichte ihres Berufsstandes die eindeutige Abgrenzung zur erlaubnispflichtigen Heilkunde zugesprochen bekommen und erfährt als Hilfe zur Selbsthilfe immer mehr Selbstverständnis.


Ob Sie eine persönliche Beratung suchen oder als Paar eine unterstützende Begleitung wünschen, in dieser hilfreichen und mündigen Zusammenarbeit können Handlungsmodelle entwickelt, Lösungsansätze aufgegriffen, das Potenzial an Fähigkeiten und Begabungen herausgearbeitet, Ressourcen entdeckt und gedankliche Realitätsüberprüfungen erarbeitet werden.

Mit verschieden Verfahren der Psychologischen Beratung werden Kommunikation, Empathie und die Beziehungsfähigkeit unterstützt.

Dabei wird einerseits angestrebt, positive Erlebnisse aus der persönlichen Biographie ins Bewusstsein zu heben und damit als Ressource nutzbar zu machen, und andererseits im „Hier und Jetzt“ die gefühlsmäßigen Zuwendungen, die oft in der Kindheit fehlten und so negative Erfahrungen verursachten, durch Gespräche, Hypnose und Kreativität wieder auszugleichen.

Der Ablauf der Sitzungen

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  • Zum gegenseitigen Kennenlernen und Informationsaustausch treffen wir uns zu einem Erstgespräch, um Ihr Anliegen zu klären. Diese psychologische Exploration dient dazu,  anschließend meinerseits eine Auswertung vorzunehmen. Für diesen Ersttermin - mit ausführlichem Vorgespräch, Beratung, psychologischer Exploration und Auswertung (Dauer ca. 1½ Stunde) berechne ich 90 Euro.
  • Die Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit sind Vertrauen und Transparenz.    
  • Nach dem Erstgespräch erteilen Sie mir einen Beratungsauftrag. Dieser regelt die weitere Vorgehensweise, wie z. B. die Beratungstermine, Beratungszeiten und die voraussichtliche Beratungsdauer sowie das zu zahlende Honorar. Der Beratungsvertrag garantiert Ihnen meine generelle der Schweigepflicht. 
  • Psychologische Beratung und Coaching werden nicht durch die Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) übernommen. Gesetzlich Krankenversicherte erhalten deshalb grundsätzlich keine Erstattung der Kosten seitens ihrer Krankenkasse oder Beihilfestelle. 
  • Die Lösung Ihrer Konflikte liegen in Ihnen selbst. Eine wirksames und erfolgreiches Coaching setzt die Mitwirkung des Klienten voraus. Der Klient wird über seine aktive Mitwirkungspflicht informiert und verpflichtet sich, alles zu tun, um die erfolgreiche Beratung zu ermöglichen.
  • Die Arbeit ermöglicht es Brücken zwischen Körperbewusstsein, seelischem und geistigem Bewusstsein zu überqueren. So ist es bisweilen möglich, eine Selbstheilung zu erzielen.
  • Einige Übungen aus der Psychologischen Beratung können später zu Hause weitergeführt werden.
  • Es hat sich bewährt, Termine im wöchentlichen Rhythmus zu vereinbaren, damit Sie zwischen den Terminen genug Zeit haben das Erlebte und Besprochene zu verarbeiten und das Erlernte einzuüben und umzusetzen.
  • Je Termin finden 2 Sitzungen à 30 Minuten statt.


Das Geschehen während einer psychologischen Beratung hängt von der konkret angewandten Methode ab. Neben verhaltenstherapeutische, anthroposophische und tiefenpsychologische Methoden und Techniken kommt insbesondere die klientenzentrierte Gesprächstherapie zum Einsatz.
Die klientenzentrierte Gesprächstherapie nach Carl Rogers geht davon aus, dass keiner besser weiß, was ihm guttut und für ihn notwendig ist, als der Betroffene selbst. Wir können einander also nicht beibringen, was für uns gut ist. Nicht mit noch so durchkonstruierten Techniken. Aber wir können einander dabei unterstützen, es selbst herauszufinden.

Die Gesprächstherapie geht also davon aus, dass jeder Mensch die Fä­higkeit und die Tendenz be­sitzt, sich kon­struktiv, also zum für ihn Positiven hin zu entwickeln, um selbstver­antwortlich seine Proble­me zu lö­sen - sich also selbst zu verwirklichen.  Vorausset­zung dafür ist aber auch, dass die Per­son in Bezie­hungen tritt, in denen es ihr ermög­licht wird, sich so zu zeigen und so zu sein, wie sie in Wahrheit ist. Hierbei hilft die Psychologische Beratung. In dieser Zusammenarbeit der Klient immer mehr von seinen vorhanden Mög­lichkeit, Fähigkeiten und Ressour­cen entdec­ken und diese auch verstehen zu nut­zen.


Die Gesprächstherapie findet immer auf Augenhöhe mit dem Klienten statt. Der Psychologische Berater und Klient sind gleichwertige Persönlichkeiten und suchen gemeinsam nach Klärung und Lösungsmöglichkeiten für bestehende Probleme und Konflikte.

Eine förderliche psychologische Beratung nimmt den unterbrochenen Entwicklungsprozess im Sinne des lebenslangen Lernens wieder auf und führt ihn weiter. Auch auf den prophylaktischen Wert frühzeitig wahrgenommener psychologischer Beratung wird hingewiesen. Aus empirischen Studien kann abgeleitet werden, dass Probleme und Krisen die Entstehung von psychischen Störungen und körperlichen Erkrankungen begünstigen können. Psychologische Beratung ersetzt bei Störungen mit Krankheitslauf jedoch keine ärztliche Behandlung noch psychotherapeutisch indizierte Hilfeleistung.

In Kürze: Wann wird Psychologische Beratung genutzt

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Oft wird die Frage gestellt: Was unterstützt der Psychologische Berater? 
Im Mittelpunkt der Beratungstätigkeit stehen:

  • aktuelle Probleme des Klienten
  • Begleitung des Klienten bei Entscheidungsprozessen 
  • Fokussierung von bestimmten Schwierigkeiten
  • Auflösung von kognitiven Blockaden
  • Alltägliche Gegebenheiten die Konflikte bereiten 
  • Biographische Konflikte
  • Partnerschaftskrisen
  • Trauer


Zunehmend wird die psychologische Beratung auch zur Klärung und Aufarbeitung existenzieller Sinn-Fragen aufgesucht. In diesem Zusammenhang kann inzwischen auch auf fundierte Forschungsergebnisse, wie sie durch Abraham Maslow erarbeitet wurden, zurückgegriffen werden. Nach Maslow beschäftigt sich nur ein geringer Prozentsatz der Weltbevölkerung intensiv mit der Selbstverwirklichung und der Frage nach dem Glück, er schätzt den Anteil auf etwa 2 %. Der Großteil ist mit der Sicherung der Grundbedürfnisse beschäftigt. In den westlichen Gesellschaften haben die meisten Menschen zwar ihre Grund- und Sicherheitsbedürfnisse gedeckt, dennoch tauchen auch hier psychologische Probleme auf, meist in Verbindung mit den Bereichen Liebe, Anerkennung und Selbstachtung. 

Wo hilft Psychologische Beratung

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Mögliche Ziele der psychologischen Beratung sind die Lösung von Konflikten, Lebenskrisen, die Klärung von unklaren persönlichen oder sozialen Situationen sowie das Erlernen von Präventionsmaßnahmen. 

Psychologische Beratung hilft bei Entscheidungsschwierigkeiten von als ethisch oder moralisch unklar empfundenen Problemlagen, von Fragen zur Lebensänderung, zur allgemeinen beruflichen oder familiären Neuorientierung. Probleme am oder mit dem Arbeitsplatz zur Verbesserung des Arbeitens und Lernens oder zur Verbesserung der Kommunikation können ebenso Gegenstand psychologischer Beratungsmaßnahmen sein.