Psychographie - lösungsorientierte Beratung

Erkenne Dich selbst!

Von der Antike bis zur Gegenwart gibt es Versuche, Menschen besser zu verstehen. Die wichtigste Maxime der griechischen Philosophie schmückte einst in goldenen Lettern den Apollon-Tempel von Delphi: „Erkenne Dich selbst!“. Menschenkenntnis beginnt mit Selbsterkenntnis. Die Aufforderung „Erkenne Dich selbst!“ deutet die Absicht des Apollonkultes an. 
Der Besucher des Tempels sollte seine Probleme und Fragen durch die Auseinandersetzung mit seiner inneren Persönlichkeit lösen. Die Erkenntnis seines Innenlebens diente Problemlösungen mit der „äußeren Welt“.


Selbst- und Menschenkenntnis ist besonders wichtig in Beruf, Partnerschaft und Familie. Es ist ein Vorteil, wenn ich mein Gegenüber gut einschätzen kann, mit ihm gut umgehen kann.

Ist Menschenkenntnis angeboren? Kann man Menschenkenntnis lernen? Menschenkenntnis und "soziale Kompetenz" können nur wachsen durch Selbsterkenntnis.

Die Anwendung der Psychographie eröffnet uns neue Spielräume in vielen Alltagssituationen, in denen wir es mit anderen Menschen zu tu haben.

"Wissenschaft ist Unterscheidungskunst."

(Hermann Hesse, Narziss und Goldmund)

Psychographische Typanalyse

Das Leben ist so vielfältig in seiner Form und wir Menschen versuchen darin Strukturen zu finden. Drei Ereignisse prägen dabei unser Leben: Die Genetik, die Erziehung und das Umfeld. 

Die Psychographische Typanalyse ist lösungsorientiert und bietet eine Erklärung für Persönlichkeitsunterschiede, die häufig Anlass von Missverständnissen sind. Das zentrale Ziel der Psychographie ist, sich selbst und andere besser zu verstehen und auf diesem Weg die Voraussetzung für einen typgerechten Umgang miteinander zu schaffen. Psychographie geht davon aus, dass auch in komplexen Situationen bereits kleine Veränderungen (im Verhalten des Klienten) zu einem Verbreitungseffekt führen, der weitreichende Veränderungen im Verhalten aller übrigen im System Beteiligten nach sich ziehen kann.

Durch die Fokussierung auf die Fähigkeiten und Ressourcen des Klienten wird dieser dazu angehalten, seine Aufmerksamkeit vom Problem und der Annahme einer Unabänderlichkeit wegzuwenden und sich stattdessen zu vergegenwärtigen, dass er über autonome Möglichkeiten verfügt, die zu einer Lösung führen können.

Beziehungstyp

Der Mensch mit viel Gefühl

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Wenn Sie den Beziehungstyp in eine Schublade packen wollen, wird er lautstark protestieren. Sein Einfühlungsvermögen, sein schauspielerisches Naturtalent und seine Abneigung gegen verbindliche Festlegungen wird ihn von überschwänglich bis frostig, von herzlich bis zurückhaltend, von einladend bis abweisend erscheinen lassen. 
Ein Beziehungstyp versteht es, sich durch Stimme, Mimik, Gestik gewinnend und wirkungsvoll in Szene zu setzen. Ist die Selbstdarstellung auch zuweilen überzogen, langweilig ist sie selten. Seine Gefühle kann er bisweilen frisieren, wenn er will oder es die Situation verlangt.          
 
Geht es einem Beziehungstyp schlecht, ist meist nicht mehr viel übrig von seinem gewinnenden Verhalten. Er zeigt sich dann angespannt, ehrgeizig, kühl und kontrolliert. Fühlt er sich wieder wohl, ist er wie ausgewechselt. Also, Vorsicht! Er kann seine starken Gefühle von einem Moment zum anderen total verändern.
 
Stärken, die für den Erfolg eingesetzt werden können:

  • viele vorhandene Kontakte
  • Kontakt und Kommunikation fällt generell leicht
  • anfangen fällt leicht
  • spielerische Herangehensweise, kreativ
  • keine Scheu vor Fremden
  • trauen sich schnell zu, mit Menschen zu arbeiten

 

Schwachstellen, die beachtet und trainiert werden sollten:

  • um Hilfe bitten, wenn nötig
  • Geld- und Zeitressourcen realistisch einschätzen
  • sachliche Kenntnisse vertiefen
  • an interessanten Themen konstant weiterarbeiten
  • vorhandene Kontakte pflegen
  • kritische Punkte wahrnehmen, nicht schönreden

Handlungstyp

Ein Energiebündel mit Herz

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Aktiv und tüchtig - liebt Ordnung und Sauberkeit - hat kräftige Gesichtszüge, die Entschlossenheit und Energie ausdrücken - lacht offen - steht fest mit zurückgezogenen Schultern - geht kraftvoll vorwärtsstrebend - spricht deutlich anweisend oft mit erhobenem Zeigefinger - liebt solide konservative Kleidung - verhält sich in Beziehungen verantwortungsvoll, kameradschaftlich, hilfsbereit aber einschränkend - hört auf seinen inneren Antreiber, der ihm stets sagt: "Sei perfekt!" - "Mach es perfekt!"       
 
An Selbstsicherheit und Autorität übertrifft er einfach alle. Loben Sie ihn, winkt er ab. Er weiß einfach, dass er gut ist. Pflichterfüllung schreibt er groß. Dabei verlangt er sich selbst viel ab und übergeht großzügig eigene Bedürfnisse. Genießen ist ihm ziemlich fremd.        
 
Der Handlungstyp ist kein Machtmensch, aber er versteht es schon, seine natürliche Autorität genau so zu nutzen, um durchzusetzen, was er für richtig hält - für sich und andere gleich mit. Mit seiner lauten und kräftigen Stimme hat er immer etwas zu sagen und das unterstreicht er dann mit seinem erhobenen Zeigefinger. Wer will da widersprechen?   
 Der Handlungstyp ist Realist. Er will einfach nur o.k. sein - gemocht und respektiert. Da er weiß, wo es langgeht und sich handelnd durchs Leben schlägt, übernimmt er gern die Führung privat und im Job. Energiegeladen kommt er daher und packt zu, wenn alle anderen noch lange überlegen, wie das geht.

Stärken, die für den Erfolg eingesetzt werden können:

  • Tatkraft und voller Einsatz
  • Erfolgswillen, Zielorientierung
  • Hang zur Perfektion
  • ordentliche Vorbereitung
  • kein Frühstarter
  • professionelle Herangehensweise

 

Schwachstellen, die beachtet und trainiert werden sollten:

  • zwischenmenschliche Komponente der Tätigkeit nicht vernachlässigen
  • Klienten nicht nur "behandeln", sondern etwas Privatheit zulassen
  • mit sich selbst, Kollegen und dem Partner in gutem Kontakt bleiben
  • nicht überarbeiten, sondern mit leichter, probierender Haltung an Neues wagen
  • anfangen, auch wenn noch nicht der Eindruck von Perfektion vorherrscht 

Sachtyp - 

Ein Denker und Genießer 

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Gesicht ernst, beobachtend, nachdenklich - lächelt manchmal verschmitzt - wirkt kindlich bis lieb - steht locker und unruhig mit hängenden Schultern - lasche unkontrollierte Gestik - schlendernder, nachlässiger, langsamer Gang - undeutliche, weitschweifige, sachliche Sprache - leise, tiefe, monotone Stimme - konfliktscheu, verharmlosend manchmal cholerisch - seine Stärke ist das Denken - sein innerer Antreiber fordert: "Streng dich an! Sei vorsichtig!"   
 
Der Sachtyp umgibt sich mit einem intellektuellen Flair, in dem er selbstvergessen ständig die Gedanken kreisen lässt. Dabei bleiben seine Gefühle auf der Strecke, was ein sensibler Beziehungstyp natürlich sofort spürt und einen umtriebigen Handlungstypen unruhig macht.   
 
Sachtypen wollen interessant sein, aber um andere zu faszinieren, fehlt ihnen oft der entsprechende Elan. Spüren sie Desinteresse, geht ihr Selbstbewusstsein gründlich baden. Andererseits haben Sie eine Begabung, sich in die Opferrolle zu manövrieren.
In Auseinandersetzungen kann ein Sachtyp viel schlucken. Achtung! Er explodiert erst, wenn keiner mehr damit rechnet. Der Sachtyp kann sein betont vernünftiges Sprechen und sein distanziertes Verhalten dafür einsetzen, dass er unverbindlich bleibt, nicht zur Sache kommt, nicht handelt und keine Verantwortung übernehmen muss.
 
Stärken, die für den Erfolg eingesetzt werden können:

  • tiefgehendes Fachwissen
  • Geduld, Ausdauer, mitfühlende Empathie
  • gute Zuhörer
  • können sich gut heraushalten, sehr vorsichtig
  • können gut Alternativen aufzeigen 
  • können die zeitliche Struktur gut organisieren

 

Schwachstellen, die beachtet und trainiert werden sollten:

  • Mut und Risikobereitschaft
  • deutlich "Nein" sagen und aufhören, wenn nötig
  • nichts in sich hineinfressen
  • aktive Rolle einnehmen, Fehler zulassen
  • Ziele setzen und verfolgen
  • sich Mühe geben, Arbeit und Geld investieren